Wie schütze ich mein Kind auf dem Schulweg, ist wohl eine der quelenden Fragen des Elterndaseins.
In diesem Beitrag soll es darum gehen den Schulweg für ihr Kind sicherer zu machen.

Um ihr Kind mit gutem Gewissen aus dem Haus zu lassen, sollten Sie sich vergewissern, dass es zum Einen
ein Notfalltelefon oder Smartphone dabei hat und zum Anderen wenn möglich mit Mitschülern den Schulweg bestreitet.
Erklären Sie ihrem Kind mit welchen Tricks Täter ihre Opfer locken also mit Süßigkeiten, Spielzeugen oder
Tieren um Sie in ein Auto oder Wohnung zu bekommen.

Das pauschalisieren von nicht mit Fremden reden, ist eher nachteilig, da man so das Kind isoliert.
Besser ist es zu sagen, „Hör auf dein Bauchgefühl, wenn du merkst das etwas nicht stimmt, ist es
völlig in Ordnung einfach weg zu rennen und um Hilfe zu schreien und dann den Notruf zu wählen“.
Sagen Sie ihrem Kind, dass es ganz klar Nein sagen soll, wenn es etwas nicht tun möchte.
Reagiert der Gegenüber darauf nicht, sollten die Alarmglocken klingen.
Beim Wegrennen sollte die Schultasche und aller unnötiger Balast (Sportbeutel) fallen gelassen werden und laut um Hilfe gerufen werden,
um so den Ort schneller verlassen zu können.

Motivieren Sie ihr Kind dazu auch andere Erwachsene auf die Situation aufmerksam zu machen
entweder auf der Straße oder durch das klingeln an einer Haustür.
Zeigen Sie mit dem Zeigefinger auf den Angreifer damit er direkt in den Fokus andere wandert.
Bringen Sie ihrem Kind die Nummer des Notrufes bei und speichern Sie es ebenfalls im Telefon ein.
Üben Sie am besten den Ernstfall (natürlich nicht mit der Polizei), um ein schnelles Handeln zu fördern.
Machen Sie mit ihrem Kind ein Codewort aus, dass Sie mit ihrem Kind ausmachen,
dass eine ihm fremde Person oder entfernter Bekannte/r sie abholen darf, im Auftrag von Ihnen.

Selbstverteidigung als Eigenschutz

Damit ihr Kind sich bei einem körperlichen Angriff wehren kann, muss es nicht umbedingt einen Kampfsport
oder einen Kurs machen. Natürlich sind solche Dinge für die Selbstverteidigung förderlich aber nicht notwendig.
Wenn Ihr Kind festgehalten wird, sollte es bei Möglichkeit versuchen mit dem Schuh das Schienbein des Angreifers zu treffen.
Sollte dies nicht möglich sein, kann es versuchen mit dem Ellebogen eine empfindliche Stelle zu treffen (Rippen, Bauch, Intimbereich).
Sollte der Angreifer seinen Griff nicht lösen sollte erneut der Schlag oder Tritt erfolgen,bis der Griff sich löst und anschließend wegrennen und schreien.
Sollten Sie sich für einen Kampfsport informieren wollen, sollten Sie mal nach WingTsun googeln.

SOS Apps für den Notfall

Hat ihr Nachwuchs ein Smartphone kann man dafür SOS Apps herunterladen.
Diese verfügen über eine schnelle Notruf Option.
Eine dieser Apps heißt Echo112, ist kostenlos und für Android und iOS herunterladbar.
Dafür muss nur einmal ein Button gedrückt werden und schon wird eine SMS an den zuständigen Rettungsdienst
mit den aktuellen Standortdaten des Telefons gesendet.

Google Play: Echo 112
Apple Store: Echo 112

Eine weitere tolle Notfall App ist die Familonet , ebenfalls kostenlos.
Mit dieser kann man bestimmte Standorte wie das Zuhause, die Schule oder das Haus von Freunden hinterlegt werden.
Sie werden automatisch informiert, wenn ihr Kind an einem der abgespeicherten Orte ankommt.
Ebenfalls bietet die App die Möglichkeit einen Notruf abzusetzen. Entweder an Sie oder an die Notrufzentrale.

Google Play: Familonet
Apple Store: Familonet

Sprechen Sie das Thema in der Schule an

Fragen sie in der Schule nach, ob das Thema offen im Unterricht thematisiert wird.
Sollte dies nicht der Fall sein sollten Sie aktiv werden und sich mit anderen Eltern oder Lehrern unterhalten,
damit dies geschieht. Durch das konkrete Sprechen über das Thema, werden alle Schüler mobilisiert und können Erfahrungen
und Ängste austauschen.

 

Weitere Tipps – Kinder auf den täglichen Schulweg vorbereiten

Das Verhalten im Straßenverkehr ist auch eine sehr wichtige nicht zu vernachlässigende Sache.
Kinder spielen gerne auf dem Schulweg und werden Unachtsam.
Das Herumrennen um parkende Autos kann sehr gefährlich sein und sollte dem Kind auch einleuchtend vermittelt werden.

Laufen Sie den Schulweg, gemeinsam mit ihrem Kind ab.
Erklären Sie ihm, wieso Sie so laufen und wieso sie den Weg nicht quer über die Straße abkürzen.
Seien Sie ein Vorbild (bei rot stehen und bei grün gehen).
Bei Möglichkeit verwenden Sie Zebrastreifen oder Ampeln auch wenn der Weg etwas länger ist.
Besonders beim Zebrastreifen sollte darauf geachtet werden, dass die Autos auch wirklich stehen bleiben.
Achten Sie darauf, dass ihr Kind besonders in der dunklen Jahreszeit helle uns gut sichtbare Kleidung trägt.

Auch der Schulranzen spielt eine tragende Rolle. Schulranzen die die aktuelle Schulranzennorm DIN 58124 einhalten,
sind besonders gut im Straßenverkehr sichtbar und sorgen für eine gute Sichtbarkeit.
Diese sind mit besonders vielen grell leuchten Flächen ausgestattet und haben an allen Seiten Reflektoren um auch
bei schlechtem Wetter gut sichtbar zu sein. Leider gibt es nicht viele Schulranzenmodelle die diese Norm einhalten können.
Aber auch anderen Schulranzen die die Norm nicht erfüllen sind geeignet.
Hierbei sollte darauf geachtet werden das an allen Seiten Reflektoren angebracht sind und das die Schultasche ein helles Muster hat.
Einige dieser Schulranzen können Sie hier finden: Schulranzen Vergleich 2019.